Warum?

Warum engagieren wir uns?

Die Hamburger Marschlande sind eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft.

  • Flüsse
    Bille, Dove Elbe und Gose Elbe aber auch der Elbestrom geben der Landschaft von den Wasserläufen her eine eindrückliche Prägung.

  • Deiche
    Die Urbarmachung dieses Bodens ist vom Umgang mit dem Wasser her bestimmt. Deiche sind deshalb ein zweites wesentliches Merkmal. Der Bau der Deiche war ehedem die Voraussetzung der Ansiedlung und der landwirtschaftlichen Nutzung.

    „Keen nich will dieken, de mutt wieken“

    Oder auf Hochdeutsch: „Wer nicht will deichen, der muss weichen!“ Jede und jeder, der hier leben wollte, musste Verantwortung für den eigenen Deichabschnitt übernehmen. Das war ein persönliches aber vor allem auch ein gemeinschaftliches Interesse, von lebensnotwendiger Bedeutung. Mehr zu diesem sogenannten „Spatenrecht“ finden Sie unter

  • Verbundenheit
    Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen in den Marschlanden fest mit dem Land und der Landschaft sowie ihrer Kultivierbarkeit verbunden sind. Landwirtschaft, Gemüseanbau, Blumen- sowie Zierpflanzenzucht aber auch Milchwirtschaft und vieles mehr prägt von Anfang an das Leben in den Marschlanden.


  • Vier- und Marschlande
    Die Vierlande werden oft mit den Marschlanden in einem Atemzug als "Vier- und Marschlande" genannt. Und tatsächlich gibt es Schnittmengen und Ähnlichkeiten und Verbundenheit.

    Von der Zugehörigkeit waren die Marschlande aber schon (seit dem 14. Jahrhundert) zu Hamburg gehörig. Während die Vierlande ehemals zu Sachsen-Lauenburg gehörten und bis ins 19. Jahrhundert von Hamburg und Lübeck gemeinsam verwaltet worden waren. Dieser Zusammenhang hatte für zu entrichtende Abgaben und Steuern eine erhebliche Bedeutung. Erst 1867 kamen die Vierlande ganz zu Hamburg.

    Seit 1.3.2008 bilden die Vier- und Marschlande einen gemeinsamen Ortsbereich.

  • Strukturwandel
    Spätestens seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Marschlande von einem tiefgreifenden Strukturwandel betroffen. Hamburgs Hafen- bzw. Stadtentwicklung expandiert in Richtung der „freien“ Flächen nach Osten hin. Davon sind die Dörfer der Marschlande immer wieder betroffen.

  • Erhalt von Natur- und Kulturlandschaft
    Trotz alledem sind die Marschlande auch heute noch eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Auch wenn die Landschaftsräume immer enger und fragmentarischer werden, sie sind noch vorhanden. Noch Infrastruktur- und Gewerbeflächen nicht vollständig von den Marschlanden besitz ergriffen. 

    Die Boberger Niederungen, die Reit und viele weitere zu schützende Biotope und Biotopverbundsysteme prägen diese Landschaft immer noch. Dass das auch weiterhin so sein wird, dem gilt das Interesse der Bürgerinitiative „Erhaltet die Marschlande“!
     
  • Ausgewogenheit von Entwicklung und Bewahrung
    Schon jetzt sind durch städteplanerische Entwicklung die Naturräume immer kleiner und teilweise auch gänzlich aufgehoben worden. Das hat dauerhaft negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt und damit auch auf die Menschen.

    Zugvögel, die die weiten Flächen als Orientierungsmarken nutzen, sind auf die sichtbaren Verbindungen der Biotope angewiesen. Werden diese aufgehoben, wird der Flug der Zugvögel nachhaltig gestört und auf Dauer unmöglich gemacht.

    Einheimische seltene Tierarten verlieren ihre Lebensräume. Die Versiegelung von Flächen hat erhebliche Auswirkungen auf Grund- und Oberflächenwasser.


  • Bauvorhaben „Gleisdreieck“ und „Oberbillwerder“
    Mit Bergedorf-West, Neu-Allermöhe (Ost und West), dem Bau der Autobahn, den Gewerbegebieten Moorfleet und Allermöhe, der Aufschlickung von Kaltehofe und vielem mehr hatte es in der Vergangenheit schon große Strukturveränderungen für die Marsch gegeben.

    Die nun angedachten Bebauungen des sogenannten „Gleisdreiecks“ und „Oberbillwerder“ werden die Marschlande so nachhaltig verändern, dass die Natur- und Kulturlandschaft irreparabel beschädigt werden wird.

    Deshalb setzen wir uns - parteiübergreifend und nicht parteipolitisch -  kritisch mit diesen Vorhaben auseinander und bringen unser Wissen um die lebensräumlichen Zusammenhänge in den Diskurs ein.
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